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10 Jahre BCS: IX von X – 10 Valleys - 10 Bridges - 10 Passes Ride

Ich glaube, es war mutig und richtig, den zweitletzten Jubiläums-Event durchzuführen, wenngleich eine Absage infolge der trüben Wetteraussichten ohne Weiteres zu rechtfertigen gewesen wäre. Aber letztlich hätte der Ausfall eines auf unseren T-Shirts erwähnten Events einen leicht schalen Beigeschmack gehabt.

Natürlich wäre rückblickend das Original-Datum vom 13. Oktober wettermässig die bessere Lösung gewesen, aber wer kann das drei oder vier Tage im Voraus schon genau wissen. Jedenfalls war es überaus erfreulich, dass sich fast alle Angemeldeten um 9.30 Uhr bei John zu diesem Ride einfanden und nur wenige eine kurzfristige Absage erteilten. Bei der Begrüssung und der Instruktion durch RC Thomas wars ja noch trocken, und eigentlich sah der Himmel gar nicht so bedrohlich und grau aus. Na ja, eben, so kann man sich täuschen ...

Kurz vor zehn Uhr schwangen wir uns in die Sättel und machten uns auf, eine abwechslungreiche Strecke über zehn Brücken, Pässe und Täler der Region Nordwestschweiz abzuspulen. Zuerst gings Richtung Birsigtal, doch schon in Therwil begann es leicht zu regnen. Voller (falscher) Zuversicht beschlossen wir jedoch in corpore, die Regenklamotten nocht nicht anzuziehen und die Fahrt im Trockentenu fortzusetzen. „We thus hit the road again“, überquerten in Biel-Benken den Birsig, und fuhren weiter Richtung Challpass. Schon in Flueh regnete es aber ganz ordentlich, und in den Kurven hinauf nach Metzerlen prasselte der Regen dann richtig runter auf unsere Mopeds, Bodies und Visiere. Es blieb somit keine andere Wahl, als bei der nächsten Ausstellmöglichkeit bei einem Bauernhof kurz vor Metzerlen die Regenklamotten widerwillig doch noch zu montieren. Der Besitzer des Bauernhofs war über das unerwartete Erscheinen einer Harley-Meute auf seinem Gut recht erfreut, und wenn wir ihm noch ein paar Kilo Äpfel abgekauft hätten, wäre dieser Tag für ihn wohl in seine persönlichen Annalen eingegangen.

Eingepackt in unsere tollen Regenschütze gings nun bergan zum Chall, dann runter nach Röschenz, hinab ins Lützeltal und von dort ins Laufental und Richtung Delémont. Der heftige Regen hatte ein wenig nachgelassen, und als wir nach Delémont ins Val Térbi einbogen Richtung Scheltenpass, war es schon fast trocken geworden. In Corban parkten wir unsere Mopeds für einen Kaffee- und Gipfeli-Stop, und erst jetzt zeigte sich, wie total verdreckt und versaut unsere schönen Harleys waren. Verschmiert mit allem, was bislang auf dem Asphalt lag, von Kuhfladen über Herbstblätter bis zu normalem Dreck, kurz, es war ein optischer Gräuel, aber wenigstens waren alle Mopeds in gleicher Weise betroffen. Leider versäumten es die Prospects, die Mopeds in der Kaffeepause ordentlich zu putzen und wieder auf Hochglanz zu bringen . Aber jedenfalls tat der Kaffee gut, umso mehr als offenbar die Wirtsleute ihr Restaurant eigens für uns am Sonntag geöffnet hatten. Da kann man in der dort herrschenden Landessprache nur sagen „Merci, quelle honeur pour le BCS!“ Gesponsort wurde auch dieser Kaffeehalt freundlicherweise von Seb, und auch hier gilt natürlich „merci beaucoup pour cette geste!“

Nach dem kurzen Aufwärmen gings die paar Kurven und Kehren über die enge Strasse hoch zum Scheltenpass, dann durchs Guldental nach Balsthal, wo wir Richtung Oberen Hauenstein links abbogen. Viele farbige Blätter lagen auf der Strasse, und es war als ob sie nur auf unser Harley-Orchester mit all den „roaring Pipes“ gewartet hätten, um ihren herbstlichen Tanz aufzuführen und elegant in alle Richtungen über dem Teer zu schweben und umherzufliegen. Nachdem es über den Scheltenpass kurzzeitig zu regnen aufgehört hatte, fing es in der Abfahrt vom Oberen Hauenstein hinab ins Waldenburgertal wieder zu giessen an, und kurz vor Liestal hatte der Regen dann wieder seine ordentliche Stärke angenommen, die wir dieses Jahr etliche Male „geniessen“ konnten. Aber mittlerweile sind wir alte Hasen (oder Enten mit Schwimmhäuten) und so fuhren wir unbehelligt weiter das Homburgertal hinauf nach Läufelfingen und über den Unteren Hauenstein nach Trimbach ins Restaurant Zur Eisenbahn, wo unser Mittagsmahl auf uns wartete.

Und was für ein Mahl es war! SCHNI-SCHNI-Po-Sa-Su auf einem „Deller isss serr eiss“. Die zwei Riesenschnitzel waren einigen gar etwas zuviel des Guten, aber geschmeckt hat das ganze ordentlich, da lässt sich nichts dran aussetzen.

Da das Wetter keine wirkliche Besserung versprach, und die Zeiger der Uhr mittlerweile auch schon auf 15.00 vorgerückt waren, beschloss die Mehrheit der Teilnehmer, den zweiten Teil der Tour nicht mehr abzufahren und sich hier in Trimbach zu verabschieden. Ein Chapterfoto im Regentenu mussten dann doch noch sein.

Ein grosses Dankeschön gebührt unserem Road Captain Thomas und dem Co-RC Seb, welche die ganze Tour mehr als einmal abgefahren und alle Halts etc. organisiert hatten. Much appreciated.