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Petrus hat ab und zu doch ein Herz für Harley Fahren. So auch an dieses Tagen. Pünktlich zum Wochenende hörte es auf zu regnen. In den Prognosen hiess es, dass es das ganze Wochenende schön und trocken bleiben soll. Für den Samstag konnten wird diese Prognose unterschreiben. Am Sonntag verliess uns aber die Hoffnung auf einen sonnengefüllten und trockenen Tag.

Nichts desto trotz machten sich 22 Personen auf 17 Maschinen auf den Weg zum Gotthard Pass und folgten der Einladung zum 25 Jahr Jubiläum des H.O.G.

Die Abfahrt war wieder einmal zu einer unmenschlich frühen Zeit angesetzt. Um 8 Uhr war geplant abzufahren. Hans, Susanne und ich waren die ersten auf dem Platz. Um 10 vor 8 Uhr kamen bei uns die erste Zweifel auf, ob wir es den pünktlich schaffen um 8 Uhr los zu fahren. Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch die einzigen Mitglieder auf dem Platz. Kaum hatten wir den Satz zu Ende gesprochen, kamen die üblichen Verdächtigen aus allen Richtungen herangebraust. Die Fahrschule welche auf dem gleichen Platz zur gleichen Zeit Besammlung hatte staunte nicht schlecht als wir vollständig anwesend waren. Für die Fahrneulinge war es sicher nicht ein alltäglicher Anblick so viele Harleys auf einmal an- & abfahren zu sehen.

Andy bescherte uns vor der Abfahrt noch einen ungewollte Stunteinlage. In Gedanken versunken oder überwältig von all unseren Harley vergass er beim Absteigen von seiner Harley den Ständer raus zu stellen. Filmreif kippte er dann samt Maschine auf die Seite. Zum Glück war ausser ein paar kleine Kratzern an Fussraste und Spiegel nichts passiert. Andys Bein verhinderte weiteren Schaden an seiner Betti, Susi oder wie auch immer er seine Harley nennt. Sein Bein war im Übrigen auch nicht zu schaden gekommen.

Gut gelaunt brausten wir zu meinem Erstaunen fast pünktlich los. Ziel war es die Sternfahrt um 10:30 Uhr in Andermatt nicht zu verpassen. Auf der Autobahn fuhren wir als erstes via Luzern nach Amsteg. Bei der Raststätte legten wir gleich einen Tankstop und Kaffeepause ein. Das Verlassen der Tanksäule war aber nicht für alle so einfach. Etienne hatte beim Versuch mir und Thomy die Tanksäule frei zu geben einige Startschwierigkeiten. Es dauerte einen Moment bis er merkte das er den Ständer zurückklappen musste um den Motor zu starten. Jaja, so ist das mit den neuen Motorrädern von Harley. Viel zu viel Technik schnick schnack. Nach dem geplanten Halt verliessen wir bei der nächsten Ausfahrt die Autobahn und fuhren weiter auf der Gottharstrasse nach Gurtnellen zu unserem Hotel St.-Gotthard resp. Hotel Gotthard wie es jetzt heisst. Beim Hotel angekommen luden wir nur unser Gepäck ab um gleich wieder weiter zu fahren in Richtung Andermatt wo die geplante Sternfahrt starten sollte. Die Zeit war schon sehr knapp geworden um noch pünktlich in Andermatt anzukommen. Zu unserem Leid hatte es an diesem Morgen ungewöhnlich viel Verkehr auf der Strasse. Später mussten wir erfahren das es auf der Autobahn A2 im Gotthardtunnel einen Massenkarambolage mit 18 Autos gegeben hatte. Auslöser war ein Franzose der die Herrschaft über seinen Wagen mit Anhänger verlor. Das war auch der Grund, des hohen Verkehrsaufkommen. Auf dem Weg zum Gotthardpass verschärfte sich die Lage in einen ausgewachsenen Stau. Die Motoren unserer Harley liefen heiss durch die ewige Stop & Go fahrt auf den Pass. Nach einem Drittel der Strecke im Stau entschlossen wir uns die Kolonne rechts zu überholen. In doppelter Schrittgeschwindigkeit schlichen wir dann weiter bis auf die Passhöhe. Dort angekommen parkierten wir unsere Maschinen auf der eigens für uns gesperrten alten Tremola Passstrasse.

Das Wetter war super und so hatte bis zu 3500 Motorräder zu bestaunen die ebenfalls den Weg auf den Gotthard fanden. Zu Beginn gab es dann leider ein kleines Ärgernis. Thomy konnte seine Fotokamera nicht mit auf das Konzertgelände nehmen, was bei allen Kopfschütteln auslöste. Ein Harley Event bei dem man nicht Fotografieren darf, was für ein Witz war das denn. Einen Medienpass konnte Thomy leider auch nicht lösen. So blieb im nichts anderes übrig, als die Fotokamera bei Urs in die Seitenkoffer der Harley zu verstauen. Beim nächste Mal wissen wir was wir zu tun haben. Medienpass anfordern oder wenn das nicht geht eine kleine Taschenkamera wie ich und viele andere ein hatten einzupacken.

Mit Speis und Trank eingedeckt legten sich die meisten Mitglieder in die Wiese und genossen die Sonnenstunden auf dem Gotthart. Um ca. 13:30 Uhr spielte die erste Band Pegasus und eröffnete den musikalischen Teil des Nachmittags. Nach ca. 45 min. gab es dann die erste Umbaupause für den nächsten Show-Akt. Gölä stand auf dem Programm. Mit leichter Verspätung rockte auch er auf der Bühne, und das sogar mit seinem Mundart-Rock. Er heizte die Leute so richtig ein für den Haupt-Akt. Durch die kleine Verspätung spürte man das der Berner ein wenig Stress hatte. Zwischen den Songs rief er immer wieder: „Los spielt weiter. Zum Reden haben wir keine Zeit. Die Leute sind hier zum Rocken.“ Es war sehr amüsant dem Berner Urgestein zu zuschauen. Nachdem auch Gölä sein Programm durchgezogen hat stellten der Staff das Equipment für Gotthard auf. Pünktlich um halb fünf startete dann der Haupt-Akt. Mit Motorengrollen eröffnetet die Rockband Gotthard ihren Auftritt. Zu meiner Enttäuschung, und da war ich sicher nicht der Einzige, fuhren Bandmitglieder nicht mit einer Harley auf die Bühne. Wie dem auch sein. Das Konzert war, trotz der fehlender Harley, ein toller Auftritt. Mit Rocksongs und Balladen aus dem Neuen und aus früheren Alben Rocken die Jungs gut eineinhalb Stunden auf dem Gotthard. „Gotthard auf dem Gotthard“, eine gelungener Auftritt.

Nach dem Konzert lichtete sich der Konzertplatz wieder. Einige hatten noch eine längere Heimfahrt vor sich. Doch die meisten von uns fuhren gemütlich zurück ins Hotel. Nachdem alle ihre Zimmer bezogen hatten versammelten wir uns alle zum gemeinsamen Nachtessen. Es war ein witziger Anblick. Aus den Bleichhäuten wurden Rothäute. Die Sonne verbrannte den meisten das Gesicht.

Das vom Hotel vorgeschlagene 5-Gang Menü hatte Elisabeth im Vorfeld nicht bestellen wollen, was im Nachhinein sicherlich gut war. So konnte jeder à-la-Carte bestellen was einem schmeckte. Die Köchin und zugleich eine der vier Schwestern, welchen das Hotel gehörte, meinte dass wir etwas länger aufs Essen warten müssten. Wir sind schliesslich nicht auf den Vorschlag eingegangen, welchen sie im Vorfeld unterbreitet hatten. Wir merkten schnell, dass die Schwestern das Hotel gut im Griff hatten. Mit dem einen oder anderen Stichwort kitzelten wir die Damen schnell aus der Reserve. Bestimmt und zügig kamen die Antworten und Reaktionen. Wir hatten unseren Spass dabei. Es waren sehr sympathische Frauen. Eben richtige Originale aus dem Tal. Beherzt und mit viel Charme führten die leider nur noch 3  Schwestern das Hotel. Eine der Schwestern ist, so liessen wir es uns erzählen, vor Kurzem mit 88 Jahren gestorben. Um kurz vor 12 Uhr, nach der einstündigen Zahlungsaktion schickten uns die Schwestern ins Bett. Wir müssten ja genügen Schlaf für den nächsten Tag bekommen.

Um 7:30 Uhr war Besammlung für die Frühaufsteher welche Lust auf eine Passfahrt vor dem Morgenessen hatten. Das Ziel hiess Sustenpass (mit Schneegestöber). Pünktlich zum Morgenessen waren die 8 Hartgesottenen dann wieder zurück. René musste aber vor Abfahrt noch im Nachthemd (für die Nachwelt fotografisch fest gehalten) den Schlüssel aushändigen, damit Urs S. und Manfi auch an der morgendlichen Ausfahrt teilhaben konnten.

Nach dem Morgenessen packten alle wieder ihre sieben Sachen auf ihre Harleys. Die Heimfahrt wurde aber noch ein wenig diskutiert. Es waren sich nicht alle einig mit der Anzahlt von Passfahrten. Das Wetter spielte dabei natürlich auch eine Rolle. Es sollte noch zu regnen beginnen in teilen der Schweiz. Das haben wir dann auch am eigenen Leib gespürt. Mit dem Furkapass und dem Grimselpass gab es dann aber einen guten Kompromiss für alle. In Basel an der Raststätte Windrose verabschiedeten wir uns. Vorher lieferte uns Urs S. noch das aktuellen Fussballresultat vom Auswärtsspiel FCZ-FCB. 1 zu 3 für den FCB kurz vor dem Schlusspfiff beruhigten die Fussballbegeisterten unter uns. Und sie konnten ohne Aufregung nach Hause fahren.

Zum Schluss noch ein Dankeschön an Etienne für den super Job als Road-Captain. Und ein Dankeschön an Elisabeth, für das Organisieren des tollen Hotels und der Konzertkarten.